Aktionsbündnis fordert Modellversuch

Politik Der Rottenburger Integrationsbeirat unterstützt eine Petition zur Einführung herkunftssprachlichen Unterrichts.

Bisher wird herkunftssprachlicher Unterricht, also zusätzlicher Unterricht in der Herkunftssprache, von den jeweiligen Konsulaten organisiert. Es gibt jedoch noch zu wenig Koordination mit dem Unterricht der regulären staatlichen Schulen. Die Petition eines Aktionsbündnisses an den baden-württembergischen Landtag fordert die Einführung eines regulären Sprachunterrichts „als gleichwertiges Unterrichtsfach“ an staatlichen Schulen „mit einer Öffnung für alle Schüler und einer entsprechenden Lehramtsausbildung“. Die konkretere Ausformulierung des Landesverbandes der kommunalen Migrantenvertretungen (Laka), also des Dachverbandes der Integrationsbeiräte, unterstützt diese Petition, spricht jedoch zunächst einmal nur von „Modellversuchen an einigen Schulen“.

Fatima Kahrimanovic berichtete in der Sitzung des Integrationsbeirats am Mittwoch von einigen Verbesserungen bei der Koordination von staatlichem und herkunftssprachlichem Unterricht. So habe der Eintrag des Besuchs des bosnischen Unterrichts in das reguläre Zeugnis bei allen Familien aus ihrem Bekanntenkreis funktioniert. Von der neu angebotenen „Zertifikatsprüfung der Herkunftssprache auf A2-Niveau“ habe sich von den Bosniern aus Rottenburg noch niemand angemeldet, weil deren Kinder noch zu jung seien. Irina Abb erzählte, dass es in anderen Städten Baden-Württembergs bereits Schulen gebe, die in Eigenregie Russisch-Arbeitsgemeinschaften anbieten. Dies zeige, dass auch die Schulen Angebote machen könnten, bevor ein Beschluss der Landesregierung vorliege.

Bürgermeister Hendrik Bednarz warnte davor „den schwarzen Peter bei den Schulen abzuladen.“ Den Schulunterricht sehe er immer noch hauptsächlich als Landesaufgabe. Hidayet Uslu bemängelte, dass man zwar die Sicht der LAKA gehört habe. Er müsse sich aber auch die Position des Kultusministeriums anhören und könne erst dann entscheiden. Letztlich unterstützte das Gremium die Petition einstimmig mit der Enthaltung Mutlus.

Bednarz kündigte an, dass die Stadt zum herkunftssprachlichen Unterricht in Ergenzingen eine Podiumsdiskussion veranstalten werde. Hierzu forderte er die Migrantenvertreter auf, auch die Lehrer der herkunftssprachlichen Schulen einzuladen. Bei dieser Veranstaltung soll dann erneut für die Petition geworben werden.mdz